Alltagsprodukte: Europaweite Kontrollen zum Schutz der Verbraucher
Esch-Belval, 19. Oktober 2026 – Eine europaweite Kontrollkampagne weist PFAS und Schwermetalle in Produkten des täglichen Gebrauchs nach
Im Rahmen der europäischen Initiative "Coordinated Activities on Product Safety" (CASP) haben Marktüberwachungsbehörden aus zwölf EU-Mitgliedstaaten, darunter das luxemburgische Umweltamt, zahlreiche Produkte des täglichen Gebrauchs kontrolliert. Die Analysen ergaben, dass einige der auf dem europäischen Markt angebotenen Produkte gefährliche chemische Stoffe und Schwermetalle enthalten.
Insgesamt wurden 128 Produkte im Labor untersucht. Die kontrollierten Produkte stammten sowohl aus dem stationären Handel als auch von Online-Verkaufsplattformen. Sie wurden aufgrund ihrer breiten Verfügbarkeit und ihrer auffallend niedrigen Preise ausgewählt.
Besorgniserregende Ergebnisse bei bestimmten Produkten
Die Kontrollen ergaben, dass etwa jedes dritte wasserdichte Kleidungsstück für Kinder chemische Stoffe enthielt, die in der Europäischen Union Beschränkungen unterliegen. Auch bei jedem dritten Modeschmuckartikel wurden Konzentrationen von Schwermetallen wie Blei, Cadmium oder Nickel festgestellt, die über den gesetzlich festgelegten Grenzwerten lagen.
Insgesamt entsprachen 25 der getesteten Produkte, also knapp 20%, nicht den europäischen Anforderungen. Die zuständigen Behörden ergriffen die erforderlichen Maßnahmen, um die betroffenen Produkte vom Markt zu nehmen oder ihren weiteren Verkauf zu untersagen.
Besondere Risiken für Kinder
Die bei den Analysen nachgewiesenen Stoffe können gesundheitliche Risiken bergen, insbesondere für Kleinkinder.
Dazu gehören bestimmte per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS), die häufig verwendet werden, um Textilien wasser- oder schmutzabweisende Eigenschaften zu verleihen. Diese Stoffe sind besonders problematisch, da sie in der Umwelt nur schwer abgebaut werden und sich im Körper anreichern können. Sie werden mit verschiedenen gesundheitsschädlichen Auswirkungen in Verbindung gebracht, insbesondere auf das Immunsystem, das Hormonsystem und das Fortpflanzungssystem.
Schwermetalle wie Blei oder Cadmium können die neurologische Entwicklung, die Nieren und andere Organe beeinträchtigen. Nickel ist zudem dafür bekannt, allergische Hautreaktionen auszulösen.
Luxemburg beteiligt sich aktiv an der europäischen Marktüberwachung
Das luxemburgische Umweltamt untersuchte Regenjacken und Regenhosen auf verbotene per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS). Dazu wurden im August 2025 in 5 Geschäften in Luxemburg insgesamt 12 Produktproben entnommen.
Ergebnisse der Kontrollen in Luxemburg
5 der 15 kontrollierten Regenjacken und Regenhosen entsprachen nicht den geltenden europäischen Anforderungen und wurden bereits 2025 vom Markt genommen. Bei allen 5 betroffenen Produkten wurden die gesetzlichen Grenzwerte deutlich überschritten. Deshalb wurde zusätzlich eine Meldung im europäischen Schnellwarnsystem Safety Gate veröffentlicht.
- H&M: Children’s rain jacket
- JBC – Fish&Chips: Children’s rain jacket
- Sports Direct – Karrimor: Children’s rain trousers
- Sports Direct: Children’s rain jacket
- QUECHUA: Children’s rain jacket
Wie können sich Verbraucher schützen?
Empfehlungen für Verbraucher:
- Bevorzugen Sie Händler und Verkaufsplattformen, die den Hersteller und den Vertreiber der Produkte klar angeben.
- Informieren Sie sich regelmäßig über das europäische Portal Safety Gate, auf dem gefährliche Non-Food-Produkte aufgeführt sind, die in der Europäischen Union gemeldet wurden.
- Befolgen Sie Rückruf- oder Rücknahmehinweise, wenn ein von Ihnen gekauftes Produkt betroffen ist.
Verbraucher können außerdem über das europäische Portal Consumer Safety Gateway Vorfälle oder Sicherheitsprobleme melden.
Mehr Produktsicherheit für Verbraucher in der EU
Die Untersuchungen wurden im Rahmen der Initiative für koordinierte Aktivitäten im Bereich der Produktsicherheit (CASP) 2025 durchgeführt. Die Initiative wird von der Generaldirektion Justiz und Verbraucher der Europäischen Kommission finanziert und in Zusammenarbeit mit den Behörden der Mitgliedstaaten, darunter das luxemburgische Umweltamt, umgesetzt.
Das 1980 gegründete Umweltamt setzt sich für einen ganzheitlichen Umweltschutz und die Verbesserung der Lebensqualität der Menschen ein.
Es unterstützt politische Entscheidungsträger und überwacht die Einhaltung der Umweltgesetzgebung. Darüber hinaus kontrolliert es Tätigkeiten, die Auswirkungen auf die Umwelt haben, und überwacht und bewertet den Zustand der Umwelt.
Außerdem fördert das Umweltamt umweltfreundliche Praktiken und Innovationen im Umweltbereich.
Pressemitteilung des Umweltamtes